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Fotograf Michael Putzlocher
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Portraits von Orten

Kellerjoch

Ein grandioser Ausblick ins Inntal und der beste Schweinebraten jenseits des Weißwurstgürtels.

Manchmal kommt alles ganz anders. Der Plan war, zu Kellerjoch Hütte zu wandern, dort zu übernachten und dann durchs Zillertal zu latschen, um auf einer anderen Hütte zu übernachten und dann glücklich und zufrieden wieder heimzufahren. Einfacher Plan, die Realität war anders.

Als erstes, für jeden machbar – die Fahrt nach Schwaz im Tiroler Unterland. Dort in den Bus steigen, der einen/eine zur Talstation vom Lift bringt. Dann die Überraschung; Mittagspause. Echt jetzt, ein Lift hat Mittagspause?!

Nicht mit uns, haben wir gedacht und beschlossen, das Liftticket zu sparen. Dann sind wir die Schipiste hinaufgegangen, wovon ich jedem abrate, der mit seinem Leben noch etwas vor hat. Die Wanderung ist langweilig, steil, langweilig und, falls ich das noch nicht erwähnt habe, steil.

Egal, irgendwann waren wir dann auf der Kellerjoch Hütte und ab da war es wunderbar. Der Ausblick zählt für mich zu den besten, die Tirol zu bieten hat. Das Bier schmeckt sowieso und die Wirtsleute sind nett. Das Wetter war so la-la – irgendwo zwischen Hochsommer und Gewitterapokalypse. Also fragen wir den Wirt, ob wir noch auf das eigentliche Kellerjoch gehen können. Die Antwort war irgendwo zwischen – „wenn ich Wetterfrosch wäre, würde ich mehr Geld verdienen“ und „wenns zum donnern anfängt, solltets umdrehen“. Also gehen wir von Donner begleitet los und schaffen es bis zum Keller Joch, wo anstelle eines Kreuzes eine Kapelle steht – ja, Tirol isch halt katolisch. Nachdem wir die Kapelle auch von innen gesehen haben und es draußen immer düsterer wird, machen wir uns eilig und hochkonzentriert auf den Rückweg und schaffen es halbnaß in die Hütte.

Als Übernachtungsgäste geben wir uns das volle Programm: Suppe, den besten Schweinsbraten, den wir je gegessen haben (ja, liebe Bayern – da kommt ihr nicht ‚ran), zubereitet von einem Nepalesen, der hier kocht. Das ist übrigens ein großartiges Programm: man findet auf Tiroler Almhütten immer wieder nepalesische Köche, welche hier arbeiten und nebenbei eine Bergführerausbildung absolvieren, um dann in Nepal bessere Chancen haben, Geld zu verdienen.

Der Wirt erzählt uns, dass heuer eine Ringleitung um die Hütte verlegt worden ist, um Blitze davon abzuhalten, selbige zu pulverisieren. Sehr beruhigend. Als ich gerade den zweiten Bissen Braten zu meinem Mund führe, schlägt zehn Meter hinter mir ein Blitz in den Fahnenmast ein und ich bekomme einen Herzinfarkt. Genial, wie ich bin, sehe ich in meinem Schrecken superlustig aus und Baby bekommt bei diesem Anblick einen Lachanfall. Ohne Scheiss, als wir nach diesem Gewitter nach draußen gehen, sehen wir, dass die nepalesische Fahne angekokelt ist und ein großer Stein aus der Hüttenmauer herausgerissen wurde – direkt hinter mir, wo ich gesessen bin. Also liebe Blitzexperten: eine Ringleitung nutzt genau gar nichts, wenn ihr innerhalb einen fünf Meter hohen Fahnenmast habt.

Nach einem Schnaps und einem beeindruckenden Stück Schockokuchen später ist wieder alles in Ordnung. Die Nacht ist, wie immer auf einer Almhütte, super.

Am nächsten Tag erklären wir dem Wirt unseren heutigen Plan und fragen ihn, wie lange die Wanderung wohl dauert. Er erklärt uns „i geh des in drei Stund, es vielleicht vier, wenns gmiatlich gehts“. Ich glaube ihm kein Wort, weil ich meine Kondition und die Karte kenne. Also beschließen wir, heute eher zügig zu gehen. Nach sechs Stunden sind wir irgendwo im Zillertal und sehen die Wand, die wir hoch müssen, um zu der angestrebten Hütte zu kommen. Darüber braut sich ein gewaltiges Gewitter zusammen. Wir geben auf.

Irgendwann sind wir dann in Hochirgendwas und warten auf den Bus der uns zur Zillertalbahn bringt. Dann brauchen wir noch die Öbb um zurück nach Schwaz zu kommen. Und so findet diese Wanderung ein unrühmliches Ende.

Trotzdem: die Kellerjochhütte, die Aussicht und wenn man den Lift nimmt und hin geht sind großartig und für jeden, der zwei funktionierende Beine hat zu machen. Die zweite Hütte, auf die wir wollten, hatte eh schlechte Kritiken auf Tripadvisor 🙂

 

April 10, 2017 • #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #, #

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